Mazda MX-5 Fahrbericht

Vor zwei Wochen hatte ich das Privileg, den Mazda MX-5 (ND) zu fahren. Es war ein langjähriger Traum von mir, der endlich in Erfüllung ging. Da das Auto sehr tief liegt, erschrak ich anfangs kurz, weil ich leichte Schwierigkeiten beim Einsteigen hatte. Doch sobald ich im Cockpit sass, befand ich mich in einer anderen Welt – einer Welt, in der es rein um das Fahren und das Erleben der Maschine geht.

Die Schaltung spüre ich selbst zwei Wochen später noch in den Fingern: so knackig, so direkt, komplett ohne Spiel. Man spürte förmlich jeden einzelnen Gang, den man einlegte.

Update: Etwa einen Monat nach dieser ersten, erfolgreichen Probefahrt rief mich der Garagist überraschend an. Er fragte, ob ich noch Interesse daran hätte, professionelle Bilder vom Auto zu machen – er würde mir den Wagen dafür zur Verfügung stellen. Da kann man wohl schlecht ablehnen! So kam es, dass ich den MX-5 erneut abholte und mir ausgiebig Zeit nahm, den Kleinen zu fotografieren. Das war gar nicht so leicht, denn die Farbe „Aero Grey“ ist im Fotodesign echt schwer zu bearbeiten. Doch nun zurück zum Wesentlichen.

Technische Daten & Varianten: Leichtbau als Konzept

Der Mazda MX-5 (ND) wurde grundsätzlich mit zwei Motorisierungen angeboten:

  • 1.5L Skyactiv-G mit 132 PS

  • 2.0L Skyactiv-G mit 184 PS (existiert in der EU/Schweiz neu nicht mehr)

Beim Dach hat man die Wahl zwischen dem klassischen Softtop (Stoffdach) und dem Hardtop (RF). Je nachdem, wofür man sich entscheidet, spart man wertvolles Gewicht oder packt ein paar Kilos obendrauf. Die nackten Zahlen (Gewichtsangaben schwanken je nach Ausstattungslinie) sehen wie folgt aus:

  • MX-5 mit Softtop (1.5L, 132 PS Sauger): ca. 1'071 kg (die leichteste Variante!)

  • MX-5 mit Hardtop (1.5L, 132 PS Sauger): ca. 1'115 kg (+44 kg durch das Hardtop)

  • MX-5 mit Softtop (2.0L, 184 PS Sauger): ca. 1'100 kg (existiert in der EU/Schweiz neu nicht mehr)

  • MX-5 mit Hardtop (2.0L, 184 PS Sauger): ca. 1'147 kg (existiert in der EU/Schweiz neu nicht mehr)

Das Gesamtpaket der 1.5L-Variante mit Stoffdach wiegt gerade einmal rund 1'071 kg, hat aber im Vergleich zur Top-Variante natürlich weniger Leistung unter der Haube. Die Hardtop-Version (RF) mit dem 2.0L-Motor wiegt etwa 44 kg mehr. Dafür erhält man in der Topausstattung die Recaro-Sportsitze, die einen hervorragenden Komfort und einen grandiosen Seitenhalt bieten.

Leider musste ich mit Schrecken feststellen, dass der grosse 2.0-Liter-Motor ab dem Jahr 2024 aus dem Programm genommen wurde. Bei meinem Testwagen war der 1.5L-Motor mit seinen 132 Pferdchen verbaut. Klar, mit dieser Leistung ist er nicht das absolut schnellste Gefährt auf der Geraden, aber trotzdem lässt er sich extrem angenehm und sportlich fahren.

Das Fahrerlebnis: Jinba Ittai auf der Strasse

Zurück zum wichtigsten Punkt, dem Fahrspass: Das Auto hat eine sehr angenehme Kupplung und wirkt ab dem ersten Meter extrem leichtfüßig. Passend dazu gibt es im Japanischen den Begriff „Jinba Ittai“, was übersetzt „Pferd und Reiter als Einheit“ bedeutet. Diese Philosophie zielt auf eine intuitive Verbindung zwischen Fahrer und Maschine ab, bei der das Auto präzise auf jeden Impuls reagiert.

Und genau so fühlt es sich an. Die Kupplung ist leichtgängig, packt aber dennoch bissig zu. In Kombination mit der knackigen Schaltung ist der Wagen ein absoluter Traum. Man darf nicht vergessen: Die 132 PS werden über die Kardanwelle direkt an die Hinterachse geleitet. Diese „Schmucktruhe“ ist ein echter Hecktriebler und lässt auf Wunsch auch mal sanft das Heck ausbrechen, wenn man das möchte. Die Kombination aus längs eingebautem Vierzylinder, Handschaltung und Hinterradantrieb ist fahrerisch ein wahres Gedicht.

Handling & Performance im Alltag

Der MX-5 kombiniert sein niedriges Gewicht mit einem äusserst direkten Lenkgetriebe. Die Lenkung ist ebenso scharf wie die Kupplung und macht unheimlich Spass, wenn man den Wagen durch die Kurven flitzen lässt. Da mein Testwagen ein Neuwagen war, befand er sich noch in der Einfahrphase. Ich drehte ihn daher nicht über 4'500 U/min um den Motor zu schonen. Daher konnte ich die vollen 132 PS noch nicht ganz auskosten. Dennoch war der Spassfaktor riesig – das Auto klebte förmlich auf der Strasse.

Ein kleiner Wermutstropfen

Trotz des extremen Leichtgewichts muss ich ehrlich sagen, dass sich 132 PS manchmal doch nach „nur“ 132 PS anfühlen. Wie mein Idol Matthias Malmedie in einem Test mal treffend sagte: „Das Auto verträgt gut und gerne 250 PS.“ Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Hätte der Wagen ein paar Pferdchen mehr unter der Haube, wäre das Fahrgefühl noch einmal auf einem ganz anderen Level. Er wäre noch giftiger, schneller und sportlicher unterwegs.

Trotz allem war es ein echter Genuss, dieses Auto zu erleben. Der MX-5 zeigt eindrucksvoll, dass man keine 500 PS braucht, um ein riesiges Lächeln im Gesicht zu haben – es reichen auch 132 PS und 1'071 kg pure Freiheit!